NACHGEFRAGT
Was sagen die Expert:innen
der Mobilitätsbranche?
Wir haben ihnen die
entscheidenden Fragen
gestellt.
CORINNE PELLERIN
EWZ
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
Im Alltag stressfrei im öffentlichen Verkehr und zu Fuss. In der Freizeit gerne auch mit dem Velo.
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
Die einfach zugängliche, intelligente und bedarfsgerechte Kombination der ganz unterschiedlichen Verkehrsmittel. Und dies wo immer möglich mit Energie aus erneuerbaren Quellen.
Wie nachhaltig produziert ist der Strom, mit welchem die Batterien elektrobetriebener Fahrzeuge aufgeladen werden? Mit welchem Strom fahren z.B. die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs?
Das bestimmt jeweils der Eigentümer bzw. Nutzer des Fahrzeuges. Alle ewz-Ladestationen und die Anschlüssen zu Hause in unserem Netzgebiet werden mit Naturstrom aus erneuerbarer Energie versorgt. Dies gilt auch für die Trams und eBusse der vbz.
Reicht der Strom in der Schweiz grundsätzlich aus für Elektromobilität für alle?
Im Grundsatz ja. Herausforderungen bestehen bei der gleichzeitigen Dekarbonisierung von Verkehr und Wärmeversorgung. Deshalb braucht es Produktionszubau, genügend Netz- und Speicherkapazitäten.
ALBERTO
SANZ DE LAMA
SWISS MARKETPLACE GROUP
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
Ich will meine Zeit optimal nutzen im Alltag, weshalb ich meistens im Zug oder zu Fuss unterwegs bin. In meiner Freizeit liebe ich Familienausfahrten und Roadtrips im Auto.
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
"Der Begriff “Zukunftsmobilität” steht für mich für den Übergang zu einer vielfältigen Palette von Transportmitteln, die sichere, bequeme und umweltverträgliche Optionen für jeden bieten."
Wie offen sind jüngere Generationen gegenüber Umstellungen und Anpassungen bei ihren Mobilitäts-Gewohnheiten?
Neue Mobilitätsdienstleistungen gehen Hand in Hand mit neuen Technologien, der digitalen Vernetzung und einem neuen Nachhaltigkeitsbewusstsein. Jüngere Menschen haben aufgrund ihrer hohen Affinität hierzu eine tiefere Schwelle, auf neue Mobilitätsformen umzusteigen bzw. diese besser miteinander zu kombinieren.
Kann man bereits gebrauchte E-Autos kaufen? Und werden heute mehr oder weniger gebrauchte Autos gekauft im Vergleich zu vor 10 Jahren? Sieht man da einen Trend?
Mittlerweile sind ca. 40% der täglich auffindbaren Elektrofahrzeuge auf AutoScout24 Occasionen, Tendenz steigend. Immer noch schaffen die meisten Menschen Elektroautos als Neuwagen an, das wird sich aber bis Ende des Jahrzehnts massiv ändern.
PROF. DR.
KAY
AXHAUSEN
PROFESSOR FÜR VERKEHRSPLANUNG ETH
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
Zu Fuss gehen
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
Die Erreichung der Klimaziele zusammen mit einer gesellschaftlichen Definition der jeweils lokal notwendigen Erreichbarkeiten
Welche sind die grössten Herausforderungen im Personenverkehr? Heute und in Zukunft?
Die Klimaziele und das Erreichen der definierten Erreichbarkeiten für Alle
Um nachhaltig unterwegs zu sein: Müssen wir lernen, uns anzupassen und uns weniger und langsamer fortzubewegen oder reicht es, auf weniger umweltschädliche Fortbewegungsmittel umzusteigen?
Da die Umsetzung des technischen Wandels auch eine politische Frage ist, ist diese Frage nicht zu beantworten.
KRISPIN
ROMANG
SWISS EMOBILITY
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
Multimodal – ich benutze gerne verschiedene Verkehrsmittel. Beispielsweise fahre ich je nach Programm, Wetter oder Folgeprogramm mit Velo, ÖV oder Elektroauto zur Arbeit und entscheide gerne kurzfristig.
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
Die Mobilität von morgen ist viel effizienter, diverser und ökologischer als heute. Im Mittelpunkt steht der elektrische Antrieb.
Kann Elektromobilität alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die heute noch im Einsatz sind, vollständig ersetzen? Ist die Infrastruktur dafür vorhanden?
Weitestgehend. Vielleicht werden einzelne Anwendungen, wie bspw grosse Baumaschinen, nicht oder erst sehr spät elektrifiziert.
Welche sind Ihrer Meinung nach die Hürden, die Menschen noch daran hindern, vom Verbrenner auf ein Elektroauto umzusteigen?
Die grosse, zentralen Hemmnis für den Umstieg auf die Elektromobilität ist der Zugang zur Heimladestation.
DR.
JÜRG
WITTWER
TCS
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
ÖV, mein Expeditions-Fahrzeug und im Ausland mein elektrisches Monowheel.
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
Zukunftsmobilität ist der Wechsel von den klassischen drei Verkehrsträgern MIV, ÖV und Langsamverkehr zu einer vielfältigen Welt. Der Langsamverkehr wird durch Mikromobilität ergänzt. Der MIV teil sich in klassische Autos und Nano-Autos auf. Neben dem bisherigen Big ÖV entstehen Angebote des Small ÖV: Sammeltaxi, virtuelle Haltestellen, autonome Kleinbusse usw. Und schliesslich wird in mittlerer Zukunft auch die Vertikale Urbane Mobilität eine Rolle spielen. Alle namhaften Autohersteller betreiben auch eigene Projekte für Personendrohnen.
Welche Rolle spielt Mikromobilität heute?
In der Schweiz eine “unterschätzte” Rolle – trotz über 100’000 jährlich verkauften eTrottinetts.
Welches Potential steckt in ihr für einen umweltschonenden Individualverkehr?
Der stabile Modalsplit zeigt, dass der Individualverkehr einem starken Bedürfnis entsprechend. Der elektrische Antrieb und die Entwicklung von kleinen, individuellen Stadtflitzern haben das Potential diesem Bedürfnis deutlich umweltverträglicher zu entsprechen..
MANUEL
HUG
SOFLOW AG
Welches ist Ihre bevorzugte Art der Mobilität?
SoFlow Scooter in Kombination mit dem Schweizer ÖV, ab und zu in Kombination mit dem PKW
Wofür steht für Sie der Begriff «Zukunftsmobilität»?
Leichter, kompakter und effizienter. Wenn man Dimensionen der heutigen Fahrzeuge anpasst wie auch des Gewicht- Leistungsverhältnis adressiert, löst man Probleme in der gegenwärtigen und künftiger Mobilität – Platz, Zeit und Nachhaltigkeit (Produktion und Betrieb)
Welche Rolle spielt Elektromobilität heute?
Sie muss portable und affordable sein.
Was ist «die letzte Meile» und weshalb ist sie in Bezug auf eine nachhaltige Mobilität relevant?
Die letzte Meile kann man auch die individuelle Meile nennen, damit neue Verkehrskonzepte und -Mittel akzeptiert werden.